Bewerbung für SOFIA Mitflug

Als Mitglied der German SOFIA Education Working Groop (GSEWG) arbeite ich in der Jury mit, die weitere Mitflieger aus den Bewerbungen auswählt. Gerade läuft wieder eine neue Bewerbungsrunde!

Wer möchte nicht einmal ganz nah dabei sein, wenn professionelle Astronomie auf höchstem Niveau in einem fliegenden Observatorium praktiziert wird?! Ich hatte 2 mal die Gelegenheit an einem SOFIA-Flug teilzunehmen. Das SOFIA-Mitflugprogramm für Lehrerinnen und Lehrer stellt eine deutschlandweit einmalige Initiative dar, Spitzenforschung und Schule zu vernetzen.

Bis zum 31.Januar 2016 besteht nun erneut die Möglichkeit zur Bewerbung für einen SOFIA-Lehrermitflug. Angesprochen sind vor allem Lehrerrinnen und Lehrer, aber auch „Bildungsschaffende“, z.B. Leiter von AGs, astronomischen Jugendgruppen. Alles Nötige für die Bewerbung erfährt man hier:

https://www.dsi.uni-stuttgart.de/SGAP

Für die Bewerbung ist die Erarbeitung eines kurzen Konzeptes, einer Unterrichtsidee oder eines Projektes zur Etablierung von SOFIA und der IR-Astronomie im Unterricht verbunden.

Dafür wird einem ein großartiges Erlebnis geboten, eine Woche Kalifornien (SOFIA ist in Palmdale nördlich von LA stationiert), Mitflügen mit SOFIA, direkte Kontakte zu den Beteiligten, den Wissenschaftlern und Ingenieuren, ein angeleiteter Einblick in die laufende Forschung und evtl. sogar noch ein astronomisches Rahmenprogramm z.B. mit dem Mt. Wilson Observatory.

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Wie das alles prinzipiell abläuft kann man in meinem Blog nachlesen:

https://ohmilkyway.wordpress.com

Also bewerbt euch oder informiert eure Lehrer!!!

Griffith Observatory und Abschied aus LA

Da mein Rückflug erst am Abend startete, hatte ich mir noch ein Abschlussprogramm vorgenommen. Bei strahlendem Sonnenschein verließ ich mein Hotel in Palmdale und machte mich auf den Rückweg in Richtung Los Angeles. Das Griffith Observatory befindet sich recht zentral in LA auf den Hollywood Hills, genauer an der Südflanke des Mt. Hollywood in 300 m Höhe.

Gesamtanblick vom Griffith Observatory

Gesamtanblick vom Griffith Observatory

http://www.griffithobservatory.org

Eingangsportal

Eingangsportal

Das Gebäude im Art Deco / ägyptischen Stil – Mix wurde 1935 eröffnet, es fungierte von Anfang an, dem Vermächtnis von Oberst J. Griffith folgend, als öffentliche Sternwarte. Es gehört zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten von LA. Durch die Lage auf einem Hügel hat man vom Griffith-Observatorium aus eine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung, auf LA bis zum Pazififik und auf die Bucht von Santa Monica und auf den Hollywood-Schriftzug. In der Hall of Science kann man Gesteinsbrocken bewundern, die dem Mond und dem Mars entnommen wurden. Außerdem sieht man viele Meteoriten und historische Messinstrumente. Zudem gibt es auch ein großes foucaultsches Pendel, das 100 Kilogramm wiegt. Auch der Shop bietet viele spannende Souvenirs für Astro-Fans.

Auch für große Fans der passende Astronautenanzug

Auch für große Fans der passende Astronautenanzug

Man kann auf der umlaufenden Terrasse die Aussicht genießen!

Man kann auf der umlaufenden Terrasse die Aussicht genießen!

Ein guter alter 12

Ein guter alter 12″ Zeiss Refraktor.

Übersichtstafel zum Modell des Planetensystems, dass sich über das ganze Gelände erstreckt.

Übersichtstafel zum Modell des Planetensystems, dass sich über das ganze Gelände erstreckt.

Jedenfalls genoss ich die Zeit hier sehr, die Aussicht bei herrlichem Sonnenschein und die Ausstellungen. Eine klare Empfehlung für LA-Besucher!.

Sockel des

Sockel des „Astronomen“-Denkmals

Daneben bietet es viele Attraktionen und Ausstellungen. Das Observatorium war auch Drehort vieler bekannter Filme, wie z.B. Terminator und Transformers. Kaum zu glauben, was mich dann an Déjà-vuz im Flugzueg während meines Rückfluges ereilte: Ich sah genau zwei Filme (San Andreas und Terminator Genesis) – und welcher Drehort kam in beiden Filmen vor? Richtig, das Griffith Observatory!

Blick auf die Downtown

Blick auf die Downtown

Danach schickte mich mein Navi quer durch die Stadt zum Flughafen vorbei an Sunset Blvd. und Chinatown, wo ich meinen Mietwagen dann heil zurückgab und mit dem Shuttle zum Airport fuhr. Eine erlebnisreiche Reise! Und Wehmut gab es schon beim Blick auf die Wetteraussichten – in LA stabile 30-35°C und zu Hause bestenfalls 10°C und Regen.

Das Pflichtfoto schlechthin!

Das Pflichtfoto schlechthin!

Joshua Tree National Parc

Eine Traumlandschaft!

Eine Traumlandschaft!

Das hatte ich mir schon lange vorgenommen, einen der berühmten Nationalparks besuchen. Zudem gilt der Joshua Tree N.P. als „stargazers paradise“. Also atemberaubende Natur und ein perfekter Sternhimmel – das war genau mein Ziel.

Der erste Anblick des Arch Rock

Der erste Anblick des Arch Rock

http://www.nps.gov/jotr/index.htm

http://www.nps.gov/jotr/planyourvisit/stargazing.htm

http://www.joshuatree.org

schon am Parkeingang die ersten schönen Felsen

schon am Parkeingang die ersten schönen Felsen

Klettern muss man hier einfach!

Klettern muss man hier einfach!

Auf der Homepage des N.P. findet man viele Informationen, u.a auch zum Thema Stargazing. Von Palmdale aus sind es ca. 130 Meilen zum Nationalpark, etwa 3 Stunden Fahrzeit wie sich herausstellte. Aber die Fahrt lohnt sich! Ich startete nach dem Frühstück und war mittags am Besucherzentrum in Twentynine Palms, welch schöner Name. Allerdings habe ich die Palmen nicht gezählt. In diesem Visitors Center bekommt man viele Infos, Karten und Andenken. Der Eintritt für den Nationalpark war dann aber erst bei der Rangerstation am eigentlichen Parkeingang zu zahlen (eine Person und ein Auto = 20$).

Und dann tauchte ich ein in diese wundervolle Landschaft mit ihren bizarren Granitsteinformationen, teilweise von beeindruckender Größe, den Joshua Trees, Kakteen, fantastischen Weitblicken und sanften Bergrücken. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Fotos an einem Tag gemacht, es sieht einfach alles atemberaubend schön aus!

Mein erstes Ziel war der Arch Rock am White Tank Campingplatz gelegen. Dazu muss man wissen, dass das hier eigentlich nicht Campingplatz heißen dürfte. Es hat hier völlig andere Dimensionen, und seinen Nachbarn sieht man selbstverständlich nicht.

Typischer Campingplatz

Typischer Campingplatz

Nun führte ein kurzer Hiking Trail zum Arch Rock. Ich hatte den ja schon auf Fotos gesehen, aber wenn man dann davor steht … . Das ist so cool / awesome / breathtaking!

Unter dem Felsbogen des Arch Rock

Unter dem Felsbogen des Arch Rock

Und noch einmal der beeindruckende Felsbogen.

Und noch einmal der beeindruckende Felsbogen.

Jetzt ging es weiter zum Skull Rock – warum der so heißt?! Da sollte das Foto für sich sprechen. Auch hier wieder ein kurzer Wanderweg – auch den habe ich schnell mitgenommen. Man kann hinschauen wo man will. Immer wieder ergeben sich neue schöne Aussichten, neue Strukturen der aufgetürmten Felsen. Aber wie sagte man mir im Besucherzentrum – Watch your step! – Klapperschlangen. Aber ich habe mal wieder keine gefunden, nicht mal klappern gehört.

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Skullrock

Felsformationen am Skull-Rock-Trail

Felsformationen am Skull-Rock-Trail

... nochmal der Skullrock

… nochmal der Skullrock

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Und noch einmal schöne namenlose(?) Felsen.

Der nächste Haltepunkt hieß besonders schön „Hall of Horrors“. Wieder wunderschöne Felsen, teilweise von superengen schmalen Spalten durchsetzt, durch die man sich zwängen kann. Oben auf dem Felsberg liegt ein riesiger großer Granitbrocken wie hingelegt über eine Spalte. Wie lange das wohl schon so hält? Und auch hier ging es wieder entlang einer kleinen Rundwanderung.

Aufgetürmte Felsen in der Hall of Horrors

Aufgetürmte Felsen in der Hall of Horrors

auch hier kann man klettern!

auch hier kann man klettern!

Wie schnell die Zeit vergeht – und noch so viele Ziele. Für solch einen Park wären auch 2 Tage nicht zu viel. Weiter ging es für mich ins Hidden Valley. Ein wunderschöner Ort (aber das sagte ich wohl schon bei den anderen?!), viele Joshua Trees, und ein deutlich mehr bergiger Charakter. Vom  Picknickplatz aus führt ein schmaler Pfad durch Felsen hindurch rein ins Hidden Valley, plötzlich öffnet sich der Blick und man hat ein riesiges natürliches Amphitheater vor sich. Der Weg führ dann über 2 km einmal im Kreis herum. Man kann den Kletterern oben in den Felsen zusehen, der Park ist auch ein Kletterparadies, das aber wirklich für jeden! Hier findet jeder was Passendes – und die Steine und Felsen machen wirklich Lust da raufzuklettern.

Im Hidden Valley

Im Hidden Valley

Hidden Valley

Hidden Valley

Das ließ ich mir an der einen oder anderen Stelle natürlich auch nicht nehmen. Dann stand die Sonne bald immer tiefer, die Felsen fingen immer mehr an zu leuchten – der absolute Stresstest für meine Kamera!

Abklettern in der Abendsonne

Abklettern in der Abendsonne

Schnell ging ich zurück zu meinem Mietwagen. Ich hatte mir vorgenommen zum Campingplatz am Arch Rock zurückzufahren, um dort die hereinbrechende Dunkelheit abzuwarten. Unterwegs gab es noch ein paar kurze Fotostopps, dann wurde es aber schnell dunkler. Ich postierte mich mit meinem Auto im Eingangsbereich des Platzes, der jetzt zum Abend recht gut gefüllt war. Ich bereitete Kamera, Auslöser und Stativ vor. Dann gab es endlich ein kleines Picknick am Auto, das hatte ich ja ganz vergessen. Erst zog eine kleine Wolkenbank durch, ich nutzte die Zeit um die Campingidylle im Bild festzuhalten …

So schön kann Camping sein!

So schön kann Camping sein!

Dann gab es Sterne satt, das muss man gesehen haben, überall die immer dunkler erscheinenden Umrisse der Felsen, darüber Sterne und die Milchstraße. Die leuchtete bald hell quer über den Zenit von einem Horizont zum anderen. Hier muss man eine Nacht verbringen! Ich hatte mir bei 21.30 Zeit gegeben, um das alles zu genießen. Der Schütze stand hoch am Himmel, kein Wunder bei 34° nördlicher Breite! Die Fotos zeigen ein paar Impressionen. Dann ging es über größtenteils dunkle Straßen quer durch die Wüste in 3 Stunden zurück nach Palmdale. Dort kam ich 00.30 müde und glücklich an. Ein sehr schöner Tag. Wunderschöne Natur und Sterne, fast jede Nacht des Jahres ist der Himmel klar! Das kann man nur weiterempfehlen. Und beim nächsten Mal bleibe ich auch über Nacht – sicher!

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... einfach wunderschön!

… einfach wunderschön!

In diesem Jahr findet sogar erstmals ein Night Sky Festival statt: http://www.nps.gov/findapark/event-listing.htm?eventID=29350

Und noch ein paar Startrails.

Und noch ein paar Startrails.

Man kann den Park nur jeden weiterempfehlen, und wenn man sich für Sterne begeistert, dann wird man 24 h am Tag mitgerissen.

The Mt. Wilson Observatory

Heute war ich in der berühmtesten historischen Sternwarte der Welt! Hier forschten so berühmte Astronomen wie Hale, Shapley, Hubble und Baade.

Schon bei der Anfahrt zum Mt. Wilson gibt es viele tolle Aussichtspunkte. Die Straße schlängelt sich von Palmdale an durch die Berge, es geht immer höher bis man schließlich beim 1742 m hohen Mt. Wilson ankommt. Der Mt. Wilson befindet sich in den San Gabriel Mountains nordöstlich von LA.

Für das Betreten des Gebietes und das Parken des Autos braucht man eine „Eintrittskarte“, die man an der Straße bei der Ranger-Station, aber auch  direkt oben im Cosmic-Cafe bekommt.

Tagesticket für die San Gabriel Mountains

Tagesticket für die San Gabriel Mountains

Anfahrt zum Mt. Wilson

Anfahrt zum Mt. Wilson

Tolle Aussichten auf der Route

Tolle Aussichten auf der Route

Oben auf dem Mt. Wilson hat man einen atemberaubenden Rundblick, z.B. direkt auf LA …

Blick vom Mt. Wilson Richtung Downtown LA

Blick vom Mt. Wilson Richtung Downtown LA

Das Observatorium wurde 1904 von George Ellery Hale gegründet. Er begründete damit eine der erfolgreichsten astronomischen Forschungseinrichtungen der Welt. Er selbst entdeckte das Magnetfeld der Sonne, den 22jähtigen Magnetfeldzyklus (Hale-Zyklus) der Sonnenaktivität, und der Nachweis der Magnetfelder von Sonnenflecken über den Zeeman-Effekt. Nebenbei war er aber vor allem auch der Promoter des Observatoriums, der Geld beschaffte und die Sternwarte immer weiterentwickelte. Sein Hauptforschungsinstrument war das 150 ft (Fuß) – Sonnenturmobservatorium (150 Fuß Brennweite), das 1912 fertiggestellt wurde und für ein halbes Jahrhundert das größte Sonnenteleskop war.

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Eingangsschild zum Mt. Wilson Observatory

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Am Mt. Wilson kann man wandern, herrliche Ausblicke und die Natur geniessen.

Das 150 ft Sonnen-Turm-Teleskop

Das 150 ft Sonnen-Turm-Teleskop

150 ft Solar Tower

150 ft Solar Tower

Und noch einmal mit dem fisheye - da hatte ich das Museum gleich noch mit im Bild.

Und noch einmal mit dem fisheye – da hatte ich das Museum gleich noch mit im Bild.

Ich buchte natürlich auch die Führung, die dauerte am Ende 2 Stunden, war aber total informativ. Wir kamen da auch in den Sonnenturm und uns wurde ein herrliches Sonnenbild mit 50 cm Durchmesser projiziert, das ließ sich einfach fotografieren. Hier werden noch jeden Tag Zeichnungen von den Sonnenflecken angefertigt.

Im Sonnen-Turm-Teleskop

Im Sonnen-Turm-Teleskop

Die aktuelle Zeichnung kann man sogar jeden Tag aktualisiert im Internet finden und herunterladen! Eine tolle Arbeit die der nette ältere Herr dort macht und ein gutes Vorbild für alle passionierten Sonnenbeobachter!!! Hier seine Zeichnung vom 03.10., dem Tag als ich dort war:

Und hier der Link unter dem man die täglichen Zeichnungen findet (einfach anklicken):

Das projizierte Bild der Sonne.

Das projizierte Bild der Sonne.

Im Vordergrund eines der CHARA-telskope, dahinter das 60-inch-Teleskop und hinten der 150 ft Solar Tower.

Im Vordergrund eines der CHARA-Teleskope, dahinter das 60-inch-Teleskop und hinten der 150 ft Solar Tower.

Auf dem Mt. Wilson befindet sich mit dem CHARA (Center for High Angular Resolution Astronomy) auch ein modernes Teleskop. Das Array besteht aus 6 Einzelteleskopen, mit je einem Meter Spiegeldurchmesser. Die Teleskope sind geometrisch so angeordnet (bis zu 330 m Entfernung zwischen den Teleskopen), dass durch die interferometrische Überlagerung der einzelnen Lichtwege eine unglaubliche Winkelauflösung von bis zu 0,5 Millibogensekunden (mas) erreicht werden kann. Damit können die Oberflächen hellerer Sterne aufgelöst werden! Hier am Beispiel von Atair:

http://www.chara.gsu.edu/Papers/Paper13.pdf

Der Höhepunkt war dann natürlich das 100 inch Teleskop (2,54 m, auch Hooker Reflektor), hier forschte Edwin Hubble. Genau hier wies er nach, dass es unzählige Galaxien außerhalb der Milchstraße gibt. Er entdeckte, dass sich die meisten Galaxien von der Milchstraße entfernen und zwar um so schneller, je weiter sie entfernt sind. Hubble ist sicher einer der berühmtesten Astronomen der Welt. Auch Walter Baade arbeitete lange hier, während des 2. Weltkrieges wurde er als Deutscher unter Hausarrest gestellt. Der ihm erlaubte Aktionsradius ließ allerdings zu, dass er weiter auf dem Mt. Wilson arbeiten konnte.Er forschte insbesondere an der Entfernungsbestimmung von Zephyren, ihm gelang u.a. 1944 erstmals die tlw. Auflösung der Kernregion des Andromedanebels in einzelne Sterne.

Das Hooker Spiegelteleskop wurde bereits 1917 installiert und war danach 30 Jahre lang das größte Spiegelteleskop der Welt!

Auch Harlow Shapley arbeitete ab 1914 am Mt. Wilson Observatorium. Er postulierte 1915 die so genannte „Big-Galaxy-Hypothese“ – danach ist unsere Milchstraße die einzige Galaxie im Universum und alle anderen bekannten „Nebel“ (wie z.B. der „Andromedanebel“) befinden sich innerhalb der Milchstraße. Heber Curtis vertrat die gegenteilige Meinung, dass die Milchstraße nur eine von vielen Galaxien ist. Diese, als „große Debatte“ bezeichnete Auseinandersetzung, wurde schließlich von Edwin Hubble entschieden.

Der 100

Der 100″ Reflektor

... und noch einmal der Hooker Reflektor

… und noch einmal der Hooker Reflektor

Und dann gab es sogar noch einen Amateurastronomen, der zur H-Alpha-Sonnenbeobachtung einludt. Ein Lunt Teleskop mit 100 mm Öffnung, so was Tolles – aber die sind hier etwas preiswerter.  Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen. Leider war das Seeing nicht perfekt, aber herrliche Protuberanzen waren sichtbar. Im „Cosmic-Cafe“ deckte ich mich dann noch mit diversen Andenken ein.

Am H-Alpha-Teleskop

Am H-Alpha-Teleskop

Noch ein Besuch bei SOFIA

Heute war Sightseeing angesagt. Als erstes ging es ins Blackbird Air Park Flugzeugmuseum. Dort wurde ich im Informationshäuschen von ein paar netten älteren Herren empfangen und mit vielen Tipps und Hinweisen überhäuft. Ganz wichtig war ihnen, dass ich mich als Deutscher ins Gästebuch eintrage. Im Airpark gab es einige besondere Flugzeuge zu sehen …

Blackbird Air Park

Etwas Space Shuttle Romantik

Etwas Space Shuttle Romantik

F14

F14 „Tomcat“

Ich und die Tomcat

Ich und die Tomcat

Auch eine besondere 747, der Space Shuttle Carrier

Auch eine besondere 747, der Space Shuttle Carrier

.... mit dem besonderen Seitenleitwerk

…. mit dem besonderen Seitenleitwerk

Und das Prunkstück, die Lockheed SR- 71A Blackbird

Und das Prunkstück, die Lockheed SR- 71A Blackbird

Danach bin ich noch einmal zum AFRC gefahren. Dort gab es eine Spezialführung durch Oliver Zeile – danke Oliver!!! Er hat mir geduldig die kleinsten Details erklärt, insbesondere alles, was bei Lufthansa Technik in Hamburg erneuert wurde. Dabei ging es ganz nah an die Mechanik des Teleskopes auf der Kabinenseite. Der absolute Höhepunkt aber war, dass ich mit ihm zusammen in die Cavity durfte, das Allerheiligste von  SOFIA, also den Teleskopraum. Es war wirklich atemberaubend direkt neben dem Hauptspiel zu stehen. Beim Betreten mussten wir einen Kittel, Haarschutz und Mundschutz anlegen und alles was man verlieren könnte, zurücklassen. Auch Fotos waren hier nicht möglich. Hier erhält man aber zumindest von außen einen guten Eindruck: http://www.nasa.gov/sites/default/files/images/392095main_ED09-0279-14_full.jpg

SOFIA im Hangar

SOFIA im Hangar

Die neu eingebaute

Die neu eingebaute „Küche“

... am Teleskop von der Kabinenseite

… am Teleskop von der Kabinenseite

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Der Focal Plane Imager (FPI)

Der Focal Plane Imager (FPI)

Die

Die „Reinraumausrüstung“ für die Cavity

Der Weg ins Allerheiligste

Der Weg ins Allerheiligste

Das musste nochmal sein

Das musste nochmal sein

10 Jahre Deutsches SOFIA Institut

Der Wecker klingelt um 12 Uhr, denn schon um 14 Uhr beginnt das Offsite-Meeting anlässlich des 10jährigen DSI Jubiläums im Antilope Valley Country Club. Das Programm sieht zunächst einige Vorträge vor …

Zehn Jahre Deutsches SOFIA Institut - Timeline

Gerade auch der Vortrag von Karsten Schindler zum Remote Teleskop war sehr interessant, weil es da so einige Anregungen und Tipps für unsere Schulsternwarte gab. Wir unterhielten uns im Anschluss noch lange über die praktische Astronomie und das Für und Wider von astronomischem Equipment. Herr Prof. Krabbe berichtete viel und interessant über die Geschichte, die Gegenwart und die Erfolge von SOFIA. Mein Vortrag zum Lehrermitflugprogramm und zur Bildungsarbeit des DSI kam sehr gut an. Ich bekam danach von vielen ein spontanes und sehr positives Feedback. Insbesondere auch der anwesende deutsche Konsul aus LA war zusammen mit seiner Gattin sehr angetan von meinem Vortrag!

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Danach gab es ein echtes amerikanisches BBQ, Gegrilltes, Bohnen, Kartoffeln, Brot, viele, viele Dippings – das war echt lecker. Wir saßen draußen bei herrlicher Luft im edlen Ambiente eines Golf-Clubs und redeten noch viel über SOFIA und die Astronomie.

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Das Flugzeug im Licht der tiefstehenden Sonne

Das Flugzeug im Licht der tiefstehenden Sonne

Heute ist Flugtag! Ich habe gut geschlafen und bin fit. Den Vormittag nutzte ich, um alle Materialien und Instruktionen durchzugehen, die ich gestern von Dana Backman bekommen hatte. Dabei ging es vor allem um die astrophysikalischen Grundlagen, das genutzte Instrument und die für unseren Flug geplanten Beobachtungsobjekte. Dana hat in den USA dazu Bücher veröffentlicht und ist der ideale „Ausbilder“ für mich. Er arbeitet für das SETI-Institut und ist dort und auch bei SOFIA für den Outreach Bereich zuständig.

Vor dem Flug

Vor dem Flug

Start- und Treffpunkt war at noon (also um 12 pm) in  der Hotellobby. Dann ging es erst einmal zum Lunch – traditionell im Panera Bread Café, hier wurde auch gleich Verpflegung in Form von Sandwiches für den restlichen Tag und die kommende Nacht mitgenommen. Dazu Getränke und schnelle Energie in Form von süßen ungesunden Schokoriegeln. Dann ging es direkt weiter zum AFRC, erstmal in den Giftshop, der allerdings gerade Inventur machte. Trotzdem konnte ich etwas für die Kinder kaufen! Dann musste ich zum Sicherheitstraining, wo ich, wie schon im letzten Jahr mit allen Sicherheitseinrichtungen und Regeln an Bord vertraut gemacht wurde. Der letzte Teil des Trainings erfolgte dann direkt im Flugzeug. Und das sah wirklich verändert aus! Nachdem SOFIA im letzten Jahr in der Lufthansawerft in Hamburg war, sieht innen alles wie neu aus. Es gibt jetzt sogar etwas Luxus an Bord – eine kleine Küche mit frischem Kaffee!

Das Mission Briefing  fand 4:40 pm statt, alle berichteten den Status, das Team für den heutigen Flug wurde vorgestellt. Es waren insgesamt nur 18 Personen an Bord. Ich war heute der einzige Deutsche.

Briefing im Flugzeug

Briefing im Flugzeug

Danach ging es in Flugzeug. Auch hier gab es noch ein kurzes Briefing, insbesondere bzgl. der Sicherheit an Bord. Für den Start durfte ich mit ins Cockpit! Da es Probleme mit der Kühlung des Teleskops gab, verzögerte sich unser Start um wenige Minuten, trotzdem war dadurch ein leicht modifizierter Flugplan nötig.

Der geplante Take Off 6:41 pm erfolgte 9 Minuten später. Das im Cockpit mitzuerleben war echt spannend. Die Piloten und der Ingenieur arbeiten roiutiniert ihr Programm ab und kontrollieren sich dabei gegenseitig, so dass nichts vergessen werden kann.

Beim Start ins Abendrot

Beim Start ins Abendrot

Die folgenden Objekte standen auf dem Beobachtungsprogramm des OC3-J Flight 2:

  1. Ceres, der größte Asteroid / Zwergplanet des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter. Beobachtungszeit 18´
  2. SIRS 136, ein heller, stark GERÖTETER Stern, der als Probe für das diffuse interstellare Medium beobachtet wird. Beobachtungszeit 29´
  3. Nova Sagittarius 2015 #2 (eine Nova im Sternbild Schütze), Beobachtungszeit 20´
  4. XX Ophiuchi, ein veränderlicher , Beobachtungszeit 50´
  5. 12 Eunomia, Asteroid, Beobachtungszeit 35´
  6. Gamma Aquarii (Entfernung 50pc), Kalibrierung, Beobachtungszeit 40´
  7. W3 im Perseus (Entfernung ca. 1900pc), Sternentstehungsgebiet im Perseus, Beobachtungszeit 90´
  8. SAO 34401, (F0, Helligkeit 8.6 mag), Stern zur Kalibrierung, Beobachtungszeit 50´
  9. IRAS 22575+6609, Protostern eingebettet in eine interstellare Wolke, Beobachtungszeit 48´
Arbeitsatmosphäre an Bord

Arbeitsatmosphäre an Bord

Über die Ergebnisse werde ich morgen kurz berichten. An Bord arbeitete ich mit Dana am EPO-Terminal. Dabei gingen wir insbesondere die Anleitung für die EPO-Konsole durch und deren Übersetzung. Danach arbeiteten wir ein kürzlich veröffentlichtes Paper (u.a. von Eric Becklin) zur Supernova 2014J in der Starbrust-Galaxis M82 durch. Mit Hilfe von SOFIA Ergebnissen konnten das erste Mal IR-Spektren einer solchen Supernova vom Typ Ia in einem neuen Wellenlängenbereich erschlossen werden. Aus den Veränderungen im Spektrum die sich im Laufe der Zeit in der abklingenden Supernova zeigen konnten Rückschlüsse auf die Zusammensetzung und die Prozesse einer solchen Supernova gezogen werden.

An der EPO-Konsole

An der EPO-Konsole

Anzeige zum zu Flugdaten und Teleskopstatus

Anzeige zum zu Flugdaten und Teleskopstatus

Der Flug dauerte knapp 10 Stunden, die Landung erfolgte ca. 4.30. Es war diesmal total kalt an Bord. Kurz nach 6 war ich zurück im Hotel, um 7 im Bett. Und am nächsten Tag musste ich um 2 pm bei der Festveranstaltung zum DSI Jubiläum sein!

SOFIA nach dem Flug

SOFIA nach dem Flug