2. Tag – First Flight!

Heute ist der große Tag, wir fliegen das erste Mal mit SOFIA. Für den Vormittag ist Ruhe befohlen. Wir halten uns fast daran und gehen nach dem Frühstück nur kurz shoppen. In dem relativ kleinen Palmdale gibt es viele Malls mir riesigen Shops und noch größeren Parkplätzen. Und dazu für viele Dinge für unsere Verhältnisse sehr gute Preise – da sind Klamotten und technische Geräte wie IPads schon sehr verlockend.

Dann ruhen wir wirklich noch etwas im Hotel, zudem müssen wir packen. Das ist deshalb kompliziert, weil wir an ganz viele Dinge denken müssen. Unsere Badges, dazu ein Reisepass (falls wir über Kanada notlanden müssen), Verpflegung, warme Sachen, Mütze, Schal, Anleitungen für die EPO-Konsolen, Kamera und Zubehör, …. . Dann brechen wir zusammen mit Dana (hier ein männlicher Name) auf, zunächst zum Mittagessen, dann Kaffekannen bei Starbucks füllen (ist der billig hier!, 0,7 l Kaffee für 2,50$).

Die Dryden Aircraft Operation Facility (DAOF) erreichen wir pünktlich gegen 14.30. Hier werden noch ein paar Pressefotos gemacht. Dann ging es zum Preflight Briefing. Hier wurde der Status aller Bereiche gecheckt und die deutschen Lehrer wurden namentlich vorgestellt. Wobei letzteres für den Mission Commander eine echte Herausforderung darstellte. Auf jeden Fall wurden wir super freundlich aufgenommen, aber wir sind ja auch in Amerika. Wir bekamen sogar einen eigenen Kameramann zur Dokumentation unserer Lehrermission – Mike begleitete uns während des gesamten Fluges.

Dann gind es in das Flugzeug. Wir verstauten unsere Sachen, 2 von uns durften zum Start ins Cockpit. Ich nahm gleich an der EPO-Konsole Platz. Dann rollte die Maschine langsam und vorsichtig zur Startposition. Überhaupt bin ich selten so „sanft“ geflogen. Pünktlich um 17.20 Ortszeit war Take Off. Bei SOFIA muss der Zeitplan genau passen. Hier sieht man den Flugplan – man sieht dass dieser durch die jeweils aufgeführten Beobachtungsobjekte bestimmt wird:

Unser Flugplan

Unser Flugplan

Bei der Arbeit

Bei der Arbeit

Das ganze Lehrerteam

Das ganze Lehrerteam

Nach kurzer Zeit erreichten wir unsere Flughöhe in 12.500m (diese steigerte sich schließlich auf 14 km).

SOFIA kurz nach dem Start

SOFIA kurz nach dem Start

Blick von der EPO-Konsole auf die Aktivitäten an Bord.

Blick von der EPO-Konsole auf die Aktivitäten an Bord.

Zunächst wurden die Instrumente kalibriert, dann begann das wissenschaftliche Beobachtungsprogramm:

1. Der Quasar B0212

2. Der helle B-Stern HD37903, der den Reflexionsnebel NGC 2023 im Orion zum Leuchten bringt. Der Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt und hat eine Ausdehnung von 4 Lichtjahren.

3. Die Spiralgalaxis IC 342 im Sternblid Giraffe.

4. IC 443, der Jellyfish Nebula, ein Supernovaüberrest im Sternbild Zwillinge.

5. Der alte, „sterbende“ Kohlenstoffstern IRC10216 (CW Leonis)

6. Die ausgedehnte Galaxis M101 (Feuerradgalaxis). Hier wurdein einem Bereich eines Spiralarms im FIR die CII Emissionslinie spektroskopiert, die einfach ionisierte Kohlenstofflinie, eine wichtige Kühlungslinie im interstellaren Gas. Sterne können nur entstehen, wenn sich verdichtete Wolken bilden und kühle interstellare Materie kondensiert. Das Gas wird aber durch die harte UV-Strahlung der eingebetteten jungen und heißen Sterne  ionisiert, so dass das umgebende Gas kontinuierlich aufgeheizt wird. Damit es trotzdem zu einer Kühlung kommen kann, muss also Energie abgegeben werden. Durch die Anregung der vorhandenen Kohlenstoffatome über Stöße kann die hohe kinetische Energie der Elektronen teilweise in Strahlungsenergie umgewandelt werden. Dabei werden schließlich niederenergetische Photonen emittiert. Die CII-Linien sind also ein möglicher Indikator für Sternentstehung.

M101 mit SOFIA FPI

7. Mars wurde zur Kalibrierung beobachtet.

Es ging also quer durch die USA und bis nach Canada. Während des gesamten Fluges konnten wir an der EPO-Konsole mitarbeiten, viele interessante Gespräche mit den Wissenschaftlern an Bord führen – unter denen gibt es sogar praktizierende Amateurastronomen! Da hatte ich ich natürlich viele Informationen auszutauschen! Nebenbei mussten wir noch Interviews an Bord geben. Die Zeit verging wie im Fluge (aber es war ja auch ein solcher!)

Die ganze Zeit über war ich dabei die Impressionen aufzusaugen – SOFIA live bei der Arbeit. Das werde ich nie vergessen. Es ist beeindruckend moderne Wissenschaft so nah zu erleben.

Gegen 3.20 waren wir dann zurück am Hangar. Der Tag war eine intensive Erfahrung!

Und jetzt ist auch unser Fernsehbericht online – so tolle Schüler habe ich!:

http://www.rbb-online.de/zibb/archiv/20140205_1830/fliegender-lehrer.html

Wieder gut gelandet und zurück am Hangar.

Wieder gut gelandet und zurück am Hangar.

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Ein Kommentar zu “2. Tag – First Flight!

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