mission day

Das Flugzeug im Licht der tiefstehenden Sonne

Das Flugzeug im Licht der tiefstehenden Sonne

Heute ist Flugtag! Ich habe gut geschlafen und bin fit. Den Vormittag nutzte ich, um alle Materialien und Instruktionen durchzugehen, die ich gestern von Dana Backman bekommen hatte. Dabei ging es vor allem um die astrophysikalischen Grundlagen, das genutzte Instrument und die für unseren Flug geplanten Beobachtungsobjekte. Dana hat in den USA dazu Bücher veröffentlicht und ist der ideale „Ausbilder“ für mich. Er arbeitet für das SETI-Institut und ist dort und auch bei SOFIA für den Outreach Bereich zuständig.

Vor dem Flug

Vor dem Flug

Start- und Treffpunkt war at noon (also um 12 pm) in  der Hotellobby. Dann ging es erst einmal zum Lunch – traditionell im Panera Bread Café, hier wurde auch gleich Verpflegung in Form von Sandwiches für den restlichen Tag und die kommende Nacht mitgenommen. Dazu Getränke und schnelle Energie in Form von süßen ungesunden Schokoriegeln. Dann ging es direkt weiter zum AFRC, erstmal in den Giftshop, der allerdings gerade Inventur machte. Trotzdem konnte ich etwas für die Kinder kaufen! Dann musste ich zum Sicherheitstraining, wo ich, wie schon im letzten Jahr mit allen Sicherheitseinrichtungen und Regeln an Bord vertraut gemacht wurde. Der letzte Teil des Trainings erfolgte dann direkt im Flugzeug. Und das sah wirklich verändert aus! Nachdem SOFIA im letzten Jahr in der Lufthansawerft in Hamburg war, sieht innen alles wie neu aus. Es gibt jetzt sogar etwas Luxus an Bord – eine kleine Küche mit frischem Kaffee!

Das Mission Briefing  fand 4:40 pm statt, alle berichteten den Status, das Team für den heutigen Flug wurde vorgestellt. Es waren insgesamt nur 18 Personen an Bord. Ich war heute der einzige Deutsche.

Briefing im Flugzeug

Briefing im Flugzeug

Danach ging es in Flugzeug. Auch hier gab es noch ein kurzes Briefing, insbesondere bzgl. der Sicherheit an Bord. Für den Start durfte ich mit ins Cockpit! Da es Probleme mit der Kühlung des Teleskops gab, verzögerte sich unser Start um wenige Minuten, trotzdem war dadurch ein leicht modifizierter Flugplan nötig.

Der geplante Take Off 6:41 pm erfolgte 9 Minuten später. Das im Cockpit mitzuerleben war echt spannend. Die Piloten und der Ingenieur arbeiten roiutiniert ihr Programm ab und kontrollieren sich dabei gegenseitig, so dass nichts vergessen werden kann.

Beim Start ins Abendrot

Beim Start ins Abendrot

Die folgenden Objekte standen auf dem Beobachtungsprogramm des OC3-J Flight 2:

  1. Ceres, der größte Asteroid / Zwergplanet des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter. Beobachtungszeit 18´
  2. SIRS 136, ein heller, stark GERÖTETER Stern, der als Probe für das diffuse interstellare Medium beobachtet wird. Beobachtungszeit 29´
  3. Nova Sagittarius 2015 #2 (eine Nova im Sternbild Schütze), Beobachtungszeit 20´
  4. XX Ophiuchi, ein veränderlicher , Beobachtungszeit 50´
  5. 12 Eunomia, Asteroid, Beobachtungszeit 35´
  6. Gamma Aquarii (Entfernung 50pc), Kalibrierung, Beobachtungszeit 40´
  7. W3 im Perseus (Entfernung ca. 1900pc), Sternentstehungsgebiet im Perseus, Beobachtungszeit 90´
  8. SAO 34401, (F0, Helligkeit 8.6 mag), Stern zur Kalibrierung, Beobachtungszeit 50´
  9. IRAS 22575+6609, Protostern eingebettet in eine interstellare Wolke, Beobachtungszeit 48´
Arbeitsatmosphäre an Bord

Arbeitsatmosphäre an Bord

Über die Ergebnisse werde ich morgen kurz berichten. An Bord arbeitete ich mit Dana am EPO-Terminal. Dabei gingen wir insbesondere die Anleitung für die EPO-Konsole durch und deren Übersetzung. Danach arbeiteten wir ein kürzlich veröffentlichtes Paper (u.a. von Eric Becklin) zur Supernova 2014J in der Starbrust-Galaxis M82 durch. Mit Hilfe von SOFIA Ergebnissen konnten das erste Mal IR-Spektren einer solchen Supernova vom Typ Ia in einem neuen Wellenlängenbereich erschlossen werden. Aus den Veränderungen im Spektrum die sich im Laufe der Zeit in der abklingenden Supernova zeigen konnten Rückschlüsse auf die Zusammensetzung und die Prozesse einer solchen Supernova gezogen werden.

An der EPO-Konsole

An der EPO-Konsole

Anzeige zum zu Flugdaten und Teleskopstatus

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Der Flug dauerte knapp 10 Stunden, die Landung erfolgte ca. 4.30. Es war diesmal total kalt an Bord. Kurz nach 6 war ich zurück im Hotel, um 7 im Bett. Und am nächsten Tag musste ich um 2 pm bei der Festveranstaltung zum DSI Jubiläum sein!

SOFIA nach dem Flug

SOFIA nach dem Flug

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