The Mt. Wilson Observatory

Heute war ich in der berühmtesten historischen Sternwarte der Welt! Hier forschten so berühmte Astronomen wie Hale, Shapley, Hubble und Baade.

Schon bei der Anfahrt zum Mt. Wilson gibt es viele tolle Aussichtspunkte. Die Straße schlängelt sich von Palmdale an durch die Berge, es geht immer höher bis man schließlich beim 1742 m hohen Mt. Wilson ankommt. Der Mt. Wilson befindet sich in den San Gabriel Mountains nordöstlich von LA.

Für das Betreten des Gebietes und das Parken des Autos braucht man eine „Eintrittskarte“, die man an der Straße bei der Ranger-Station, aber auch  direkt oben im Cosmic-Cafe bekommt.

Tagesticket für die San Gabriel Mountains

Tagesticket für die San Gabriel Mountains

Anfahrt zum Mt. Wilson

Anfahrt zum Mt. Wilson

Tolle Aussichten auf der Route

Tolle Aussichten auf der Route

Oben auf dem Mt. Wilson hat man einen atemberaubenden Rundblick, z.B. direkt auf LA …

Blick vom Mt. Wilson Richtung Downtown LA

Blick vom Mt. Wilson Richtung Downtown LA

Das Observatorium wurde 1904 von George Ellery Hale gegründet. Er begründete damit eine der erfolgreichsten astronomischen Forschungseinrichtungen der Welt. Er selbst entdeckte das Magnetfeld der Sonne, den 22jähtigen Magnetfeldzyklus (Hale-Zyklus) der Sonnenaktivität, und der Nachweis der Magnetfelder von Sonnenflecken über den Zeeman-Effekt. Nebenbei war er aber vor allem auch der Promoter des Observatoriums, der Geld beschaffte und die Sternwarte immer weiterentwickelte. Sein Hauptforschungsinstrument war das 150 ft (Fuß) – Sonnenturmobservatorium (150 Fuß Brennweite), das 1912 fertiggestellt wurde und für ein halbes Jahrhundert das größte Sonnenteleskop war.

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Eingangsschild zum Mt. Wilson Observatory

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Am Mt. Wilson kann man wandern, herrliche Ausblicke und die Natur geniessen.

Das 150 ft Sonnen-Turm-Teleskop

Das 150 ft Sonnen-Turm-Teleskop

150 ft Solar Tower

150 ft Solar Tower

Und noch einmal mit dem fisheye - da hatte ich das Museum gleich noch mit im Bild.

Und noch einmal mit dem fisheye – da hatte ich das Museum gleich noch mit im Bild.

Ich buchte natürlich auch die Führung, die dauerte am Ende 2 Stunden, war aber total informativ. Wir kamen da auch in den Sonnenturm und uns wurde ein herrliches Sonnenbild mit 50 cm Durchmesser projiziert, das ließ sich einfach fotografieren. Hier werden noch jeden Tag Zeichnungen von den Sonnenflecken angefertigt.

Im Sonnen-Turm-Teleskop

Im Sonnen-Turm-Teleskop

Die aktuelle Zeichnung kann man sogar jeden Tag aktualisiert im Internet finden und herunterladen! Eine tolle Arbeit die der nette ältere Herr dort macht und ein gutes Vorbild für alle passionierten Sonnenbeobachter!!! Hier seine Zeichnung vom 03.10., dem Tag als ich dort war:

Und hier der Link unter dem man die täglichen Zeichnungen findet (einfach anklicken):

Das projizierte Bild der Sonne.

Das projizierte Bild der Sonne.

Im Vordergrund eines der CHARA-telskope, dahinter das 60-inch-Teleskop und hinten der 150 ft Solar Tower.

Im Vordergrund eines der CHARA-Teleskope, dahinter das 60-inch-Teleskop und hinten der 150 ft Solar Tower.

Auf dem Mt. Wilson befindet sich mit dem CHARA (Center for High Angular Resolution Astronomy) auch ein modernes Teleskop. Das Array besteht aus 6 Einzelteleskopen, mit je einem Meter Spiegeldurchmesser. Die Teleskope sind geometrisch so angeordnet (bis zu 330 m Entfernung zwischen den Teleskopen), dass durch die interferometrische Überlagerung der einzelnen Lichtwege eine unglaubliche Winkelauflösung von bis zu 0,5 Millibogensekunden (mas) erreicht werden kann. Damit können die Oberflächen hellerer Sterne aufgelöst werden! Hier am Beispiel von Atair:

http://www.chara.gsu.edu/Papers/Paper13.pdf

Der Höhepunkt war dann natürlich das 100 inch Teleskop (2,54 m, auch Hooker Reflektor), hier forschte Edwin Hubble. Genau hier wies er nach, dass es unzählige Galaxien außerhalb der Milchstraße gibt. Er entdeckte, dass sich die meisten Galaxien von der Milchstraße entfernen und zwar um so schneller, je weiter sie entfernt sind. Hubble ist sicher einer der berühmtesten Astronomen der Welt. Auch Walter Baade arbeitete lange hier, während des 2. Weltkrieges wurde er als Deutscher unter Hausarrest gestellt. Der ihm erlaubte Aktionsradius ließ allerdings zu, dass er weiter auf dem Mt. Wilson arbeiten konnte.Er forschte insbesondere an der Entfernungsbestimmung von Zephyren, ihm gelang u.a. 1944 erstmals die tlw. Auflösung der Kernregion des Andromedanebels in einzelne Sterne.

Das Hooker Spiegelteleskop wurde bereits 1917 installiert und war danach 30 Jahre lang das größte Spiegelteleskop der Welt!

Auch Harlow Shapley arbeitete ab 1914 am Mt. Wilson Observatorium. Er postulierte 1915 die so genannte „Big-Galaxy-Hypothese“ – danach ist unsere Milchstraße die einzige Galaxie im Universum und alle anderen bekannten „Nebel“ (wie z.B. der „Andromedanebel“) befinden sich innerhalb der Milchstraße. Heber Curtis vertrat die gegenteilige Meinung, dass die Milchstraße nur eine von vielen Galaxien ist. Diese, als „große Debatte“ bezeichnete Auseinandersetzung, wurde schließlich von Edwin Hubble entschieden.

Der 100

Der 100″ Reflektor

... und noch einmal der Hooker Reflektor

… und noch einmal der Hooker Reflektor

Und dann gab es sogar noch einen Amateurastronomen, der zur H-Alpha-Sonnenbeobachtung einludt. Ein Lunt Teleskop mit 100 mm Öffnung, so was Tolles – aber die sind hier etwas preiswerter.  Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen. Leider war das Seeing nicht perfekt, aber herrliche Protuberanzen waren sichtbar. Im „Cosmic-Cafe“ deckte ich mich dann noch mit diversen Andenken ein.

Am H-Alpha-Teleskop

Am H-Alpha-Teleskop

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